Franz-Xaver und die Verkehrsrowdies

Little Blue Racer hat einen Namen bekommen! Franz-Xaver. Aus drei guten Gründen … er ist ein Polo FoX, im Kennzeichen befindet sich ein FX und er wird mit einem FluXkompensator betrieben … könnte man meinen, wenn man den Spritverbrauch (mit 40 l komme ich 700 km weit) betrachtet. Dreimal FX, das konnte nur ein Franz-Xaver werden.😀

Franz-Xaver ist klein, leicht und wendig. Trotz seiner kleinen Motorisierung mit 45 PS schafft er locker eine Höchstgeschwindigkeit von 140 kmh. Da ich auf meinem Nachhauseweg aber nicht die Autobahn, sondern eher Bundesstraßen, Landstraßen und enge, kurvige „Wald“wege nutze, fahre ich dort natürlich die vorgeschriebene und üblicherweise eine dem Wetter und den örtlichen Gegebenheiten angepasste Geschwindigkeit.

Leider scheinen die anderen Verkehrsteilnehmer (gerne große Autos einer bekannten bayrischen Automarke und gerne mit Kennzeichen München oder Rosenheim) eine andere Führerscheinausbildung genossen zu haben als ich oder die Verkehrsregeln haben sich geändert und ich habe es in den letzten 30 Jahren nicht mitbekommen. Ja, ok, sie überholen, weil sie es können … aber muss man mich deswegen bedrängeln, schneiden oder wild mit Fernlicht anblinken? Was soll das?

Montag, es regnet. Kurz vor Grafing ist eine Ampel. Man darf auf der B304 100 kmh fahren, im Bereich der Ampel allerding nur 60 kmh (dort wird auch gerne mal geblitzt). Danach kommt ein kurzes Stück mit Geschwindigkeitsbegrenzung 80 kmh und wieder eine Ampel mit vorheriger Abbiegespur nach Grafing (60 kmh). Hinter mir ein sehr nervöser Autofahrer. Er versucht noch auf der Abbiegespur mich mit dichtem Auffahren und verzweifeltem Links-Rechts-Schwenken zu irritieren. Ich fahre um die Kurve (der eine weitere Kurve folgt), den Verfolger dicht auf den Fersen. Sobald die Straße wieder geradeaus führt, werde ich im Affentempo überholt. Die entgegenkommenden Autos werden ebenso ignoriert wie die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 kmh.

Dienstag, es schneit, die Verkehrsnachrichten melden Glätte. Noch in Baldham beginnt eine Verkehrsumgehungsstraße (Bundesstraße, lt. Straßenverkehrsordnung Geschwindigkeitsbegrenzung ausserorts 100 kmh). Da es tatsächlich rutschig ist und auch die Sicht durch den Schneefall behindert wird, fahre ich knapp über 80 kmh. Den weißen Transporter hinter mir scheint das extrem zu nerven. Er fährt dicht -sehr dicht- auf. So dicht, dass seine Scheinwerfer mich durch die Rückspiegel blenden. Da ich durch den Lichteinfall die Straße vor mir nicht mehr erkennen kann, gehe ich etwas vom Gas. Das veranlaßt meinen Verfolger, mich mit Fernlicht darauf aufmerksam zu machen, dass er hinter mir ist und gerne schneller fahren möchte. Jetzt sehe ich garnichts mehr. Mein Verfolger hupt. Ich hupe zurück. Bin ja ein freundlichen Mensch und grüße immer zurück. Bei der nächsten Gelegenheit -eigentlich eine Abbiegespur nach links- nutzt er seine Chance und fährt weiterhin hupend an mir vorbei. Schön scharf schneidend vor mir wieder einfädelnd und dann erstmal die Geschwindigkeit verringernd … weil … „huch“ die Straße ist ja glatt und macht auch noch ne Kurve.

Mittwoch, es ist trocken, der Vollmond beleuchtet alles mit weichem, weißen Licht. Heute nehme ich eine andere Strecke. Durch den Wald, die Bäume sind hoch, der Vollmond hat keine Chance irgendwas zu beleuchten. Fernlicht einschalten ist sinnlos, da es von ein paar lustigen Nebelfeldern sofort verschluckt wird. Es geht kurvig über eine enge Straße durch ein paar kleinere Dörfer bis zum Moosacher Berg. Na ja, Berg ist vielleicht übertrieben, aber es geht einspurig mit 11% Gefälle abwärts. Links ist eine Felsenwand und rechts geht es steil runter zu den Teichen einer Fischzucht. Ich mag dieses Stück der Strecke nicht, aber es ist der kürzeste Weg nach Hause. Am Ende des Berges gibt es ein paar Häuser, dann ein Stück freie Strecke, nach ca. 1 km kommt schon der nächste Ort. Geschwindigkeitsbegrenzung 60 kmh. Lohnt ja auch nicht, für 1 km die Strecke auf 100 kmh freizugeben. Zumal es noch ein paar Seitenstraßen gibt und sich ein Fussballplatz gleich neben der Straße befindet. Auch Fußgänger sind am Straßenrand durchaus anzutreffen, gerne mit Hund. Mein heutiger Verfolger fand das alles völlig überbewertet. Geschwindigkeitsbegrenzung? Pah … wozu! Er hatte mich schon am Berg bedrängelt. Vielleicht haben seine Bremsen nicht richtig funktioniert und ich sollte helfen. Ich habe jedenfalls ordentlich gebremst, damit mein Verfolger den Berg auch vernünftig runterkommt. Die entgegenkommenden Fahrzeuge konnten GottseiDank rechtzeitig in die vorhandenen Buchten ausweichen und wurden von unserem „Geschoß“ nicht gefährdet. Leider konnte mein Verfolger nicht richtig lesen, er überholte mich nach dem Berg genau neben den Verkehrsschildern „60 kmh“ und „überholen verboten“.

Und jetzt hätte ich mal eine Frage an Euch. Vielleicht liest ja ein Polizist mit oder Ihr kennt jemanden, der das beantworten kann. Ich habe ja immer meine kleine Cam dabei. Wie wäre es, wenn ich diese Rowdies beim Überhol-, Drängel-, Schneidevorgang einfach mal fotografiere? Mit Blitz natürlich. Oder zumindest dann anblitze, wenn sie sich vor mir eingefädelt haben? Ist das dann meinerseits eine Gefährdung des Straßenverkehrs?

Um mich nicht aufzuregen, summe ich zur Zeit beim Autofahren vor mich hin …

Aber große Lust hätte ich ja schon, mal zu blitzen …

Dieser Eintrag wurde von Bine veröffentlicht.

4 thoughts on “Franz-Xaver und die Verkehrsrowdies

  1. Hallo Bine,

    dass kenne ich alles nur zu genau! Genauso ärgerlich wie notorische Mittelspurfahrer auf der Autobahn!

    Alles was Verkehrsteilnehmer mutwillig beeinträchtigen könnte ist ein gefährlicher Eingriff in den Strassenverkehr. Blitzen würde ich lassen. Es gibt jedoch neuerdings Cams zu kaufen die man am Spiegel oder dergleichen befestigt, mit denen man aufzeichnen kann. Somit kann man eventuell Nötigungen zur Anzeige bringen. In wie weit die Bilder jedoch rechtlich verwertbar sind weiss ich nicht.

  2. Zur Musik mitsummen ist das beste Mittel, denke ich.🙂 Fotografieren würde ich lassen wenn Du alleine im Auto sitzt. Sonst hast ganz schnell Du die 2 am Rücken. Und auch wenn ein Beifahrer das Beweisfoto oder den Beweisfilm machen würde, kann der höchstens bei einer Anzeige wegen Nötigung als Unterstützung dienen, nicht als Beweis. Wenn Dir auffällt, dass öfters die gleichen drängelnden Autofahrer die gleiche Strecke fahren, würde ich an Deiner Stelle der Polizei mal einen Tipp geben, dass sie sich mal ein paar Stündchen hinstellen und gutes Geld verdienen. *grins*
    Liebe Grüsse
    Charlotte

    • Der Witz ist ja auch, dass die, die mich überholen, an der nächsten Ampel lustigerweise direkt vor mir stehen. Im letzten Winter hat mich bei dickem Schneefall ein SUV überholt, der dann am S-Bahn-Parkplatz gleichzeitig direkt neben mir einparkte. Da konnte ich mir die Bemerkung „Na, da hat sich das Überholen ja wirklich gelohnt!“ nicht verkneifen.
      Ich werde einfach weitersummen und gewohnt gemütlich weiterfahren. Und irgendwann werde ich bestimmt erleben dürfen, dass einer erwischt wird. Tschakka!

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