Meine ersten Schritte in der digitalen Fotowelt oder Fehler, die man besser nicht machen sollte …

März 2009

Ich will eine digitale Spiegelreflex. Sofort. Das ist das gleiche wie die Sache mit dem Friseur. Wenn Frau der Meinung ist, die Haare müssen geschnitten werden, dann sofort. Jede Frau hat sich schonmal durch selber rumschnippeln die Frisur ruiniert, weil sie keine Lust hatte, drei Wochen auf einen Termin zu warten.

Fehler Nummer 1: Frau geht in den nächstbesten Technikmarkt und läßt sich ne Kamera andrehen. Frau hat sich vorher im Internet schlau gemacht und weiß genau, welche Kamera es sein soll. Trotzdem schaffen es gewiefte Verkäufer, Frau genau das letzte Schätzchen kurz vor Ladenschluß anzudrehen. Bevor die „Dicke“ bei mir einzog, war es eine Nikon D80. Kit natürlich mit Billiglinse. Für saftige 900 Euro. Lt. Verkäufer natürlich neu und absolut unbegrabbelt. Daß das Kit erst mühselig aus verschiedenen Vitrinen zusammengesucht werden mußte, machte mich auch nicht stutzig. Wie sich später rausstellte, war die Cam mehr als nur „mal kurz“ ausgepackt worden. Die Kleine hatte flotte 5.000 Auslösungen, was man echt nicht mehr als neu und völlig unbegrabbelt bezeichnen kann.

Ich unbedarft, blauäugig und freudestrahlend mit meiner „neuen“ Kamera nach Hause gedackelt. Ein paar Testfotos geschossen … komisch, da sind so lustige Flecken auf den Bildern, die man beim Blick durch den Sucher nicht sieht. Na gut, irgendwas mache ich falsch, aber das bekomme ich noch raus. Erstmal ab in den Garten und Blümchen knipsen. Zufälligerweise erwischt mich meine Nachbarin. Und ganz zufällig stellt sich heraus, daß sie jahrelang als Fotografin für den Süddeutschen Verlag gearbeitet hat. Na das nenne ich mal Glück! Sie hat sich dann meine neue Cam geschnappt, und mir gezeigt, wie man Sensordreck (die lustigen Flecken auf den Bildern) wegmacht. Ich lerne, wie man den Sensor einer Kamera reinigt und Flecken weg“photoshopt“, wenn man gerade keine Wattestäbchen und Alkohol zur Hand hat.

Am nächsten Morgen bin ich ganz früh wach und schiesse das erste herzeigbare Foto meiner digitalen Spiegelreflexkarriere …

Sonnenaufgang

Völlig begeistert schleppe ich meine Kamera immer mit und knipse alles, was mir über den Weg läuft.

Fehler Nummer 2: Manchmal sollte man ein paar Sekunden warten, bevor man abdrückt. Natürlich kann man einfach mal frei nach dem Motto „spray and pray“ drauflosknipsen. Irgendeins der zig Serienbilder wird dann schon passen. Bei Sportveranstaltungen kann das ganz hilfreich sein. Da ich aber nach jahrelanger Abstinenz immer noch im Analog-Modus bin, drücke ich nur einmal auf den Knopf. Mir ist noch nicht ganz klar, daß ich mehr als 24 oder 36 Bilder eines Filmes zur Verfügung habe. Und dann kommt sowas dabei raus:

Hühner

Inzwischen habe ich gelernt, daß bei meinen „spray and pray“-Serien meistens das erste Foto das beste ist. Insofern ist es nicht schlimm, daß mein innerer Analog-Modus immer noch Überhand hat. Trotzdem sollte man darauf achten, daß das Huhn nicht gerade in dem Moment, in dem man abdrückt, den Kopf irgendwo hinsteckt, wo er nicht hingehört.😉

Die D80 habe ich inzwischen verkauft und damit kommen wir zur nächsten Geschichte … Fotografie, das Groschengrab … demnächst in diesem Kino …

Dieser Eintrag wurde von Bine veröffentlicht.

6 thoughts on “Meine ersten Schritte in der digitalen Fotowelt oder Fehler, die man besser nicht machen sollte …

  1. also ich finde genau diese situation (hühnerkopf da, wo er nicht sein sollte) das A und O dieses bildes. situationskomik der etwas anderen art. ich mag die beiden bilder.
    auf deine fortsetzung bin ich gespannt!

    liebgrüss, soso

  2. fotografie groschengrab? ein älterer kollege sagte mir mal: um mit der fotografie ein kleines vermögen zu verdienen musst du ein grosses durchbringen… foto und computerindustrie sorgen im gleichklang dafür das die technik zuverlässig alle 2 jahre… total veraltet und völlig inkompatibel wird… leider macht fotografieren so viel spass🙂

  3. Machen nur Frauen Fehler? Ich glaube, einer der größten Fehler von Frauen ist, zuzugeben, dass sie einen Fehler gemacht haben. Besonders, wenn es um etwas Technisches geht. Männer sind nicht genetisch bedingt, die besseren Techniker resp. Fotoexperten. Jeder fängt klein an und lernt aus seinen Fehlern.

    • Ui … ein Mann der zugibt, Fehler zu machen …
      Den Verkäufer, der mich beim Kauf der D80 sauber über den Tisch gezogen hat, habe ich mir übrigens ein paar Wochen später nochmal vorgenommen. Von wegen neu und so. Ich hab ihm die Anzahl der Auslösungen der Cam unter die Nase gehalten und habe den Laden mit einem richtig netten Gutschein wieder verlassen.

      • Nö, ich gebe nichts zu. Nach Rücksprache mit meinem Anwalt erkläre ich mich für unschuldig.
        Du hast so schön betont, „Frau geht …“, „Frau lässt sich…“, Frau …“ Da musste ich Dich einfach ein wenig trösten und sagen, dass die Frauen nicht die einzigen Geschöpfe dieser Welt sind, die sich mal etwas andrehen lassen…

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