Bildkritik oder „Das kommt ganz darauf an!“

Hach ja, die Bildkritik. Meine Meinung zu einem Foto? Das kommt ganz darauf an!

Bevor man ein Bild kritisiert, muß man sich ein paar Fragen stellen …

1. Wo sehe ich das Bild? Auf dem Titel des National Geographic? In einem Fototechnik-Forum? In einem Blog? Oder im Fotoalbum meiner Nachbarin?

2. Was wird gezeigt? Ein atemberaubendes Naturfoto? Ein Foto, das die Probleme mit dem Handling der Kamera dokumentiert? Fotos, die man der Welt zeigt, weil sie einem selber gefallen? Die Schnappschüsse vom letzten Urlaub?

3. Wäre es möglich, die Situation, die gezeigt wird, zu reproduzieren? Tiere, Sport, Action oder den letzten Urlaub kann man nicht so einfach nochmal fotografieren.

Für diese Fotoserie durfte ich mir einiges anhören:

Abgewatscht ...

Die Serie wurde im Wildpark Blindham aufgenommen. Das Gehege der Sumpfbiber liegt tiefer als der Weg auf dem die Besucher durch den Park wandern und ist zudem mit einem Maschendrahtzaun umgeben. Der kleine Biber wollte dem großen Biber unbedingt die Möhre klauen und ließ sich von seinen Versuchen auch durch Ohrfeigen nicht abhalten. Technisch (Belichtung, Farbe) ist die Serie wirklich nicht perfekt, aber darum geht es hier auch nicht. Und damit sind wir bei „Das kommt ganz darauf an!“ …

Da der kleine Biber sehr „verwischt“ ist, kann man erkennen, daß der große Biber nicht gerade zimperlich war und der kleine ganz schön was einstecken mußte. Mir wurde jedoch vorgeschlagen, kürzere Verschlußzeiten zu wählen, damit die Tiere scharf sind. Ok, aber geht durch das „Einfrieren“ der Bewegungen die Dynamik der Serie nicht komplett flöten? Dann wären es doch nur noch vier ziemlich gleiche Bilder von Sumpfbibern … ist doch langweilig, oder?

Außerdem wurde mir vorgeschlagen, eine Leiter mitzunehmen, damit der Aufnahmestandort noch ein wenig höher ist. Werde ich wohl machen müssen, wenn der Wildpark Blindham den Zaun noch höher macht. Ok, der Kommentator kennt die Gegebenheiten vor Ort nicht, aber was ist sooo schlecht daran, die Tiere von oben aufzunehmen? Dazu schreibt er nichts.

Der treffenste Kommentar war „nette Schnappschuss-Serie, mehr aber auch nicht“. Stimmt, mehr wollte ich ja auch nicht zeigen. Na ja, man hätte das auch ein wenig freundlicher sagen können.

Es kommen also viele viele Gründe zusammen, warum ein Foto so aussieht wie es aussieht. Aber man muss nicht alles erklären. Ob ein Foto schön, witzig, atemberaubend, grottenschlecht oder was auch immer ist, kommt also ganz darauf an …

Auch die Profis brauchen für das Bild ihres Lebens das gewisse Quentchen Glück. Das richtige Licht, das richtige Objektiv auf der Kamera und die Tatsache, daß man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Und selbst dann ist noch lange nicht gewährleistet, daß jeder das Bild genial findet.

Hier in diesem Blog werden die „supermegaüberirdischtollen Fotos einer begeisterten Hobbyfotografin“ gezeigt. Erwartet von mir nicht die technisch perfekten Bilder. Manchmal klappt es mit der Technik, manchmal nicht. Ist aber auch egal. Ich möchte Euch einfach nur zeigen, was mir gefällt … ich hoffe, Euch gefällt es auch … und selbstverständlich dürft Ihr gerne Lob, Kritik, Tipps und Kommentare zu meinen Bildern hinterlassen …

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Dieser Eintrag wurde von Bine veröffentlicht.

10 Kommentare zu “Bildkritik oder „Das kommt ganz darauf an!“

  1. mir gefällt die serie! gut, dass du die kriterien mal erwähnst.
    weil es gleich vier bilder sind, wirkt das ganze als „film“ und hat damit eine „zeitliche“ wirkung.
    gucke mir später gern mal dein blog an 🙂

  2. Mir gefällt das auch sehr gut.
    Es kommt wirklich darauf an, zb ob der Betrachter auch so ein geschultes Auge hat, oder ihm einfach nur ein Motiv zusagt.
    Und es kommt auf den persönlichen Geschmack an.
    Und was ist bitte schon ein perfektes Bild? Bei mir kommt manches perfekt an, in meinem Inneren Auge, ein anderer sagt dazu, dass das doch kein besonderes Bild sei.

    Ich wollte meine Fotos wären so wie diese der putzigen Tierchens 🙂

  3. Amen Schwester!
    Es scheint einfach eine Forenmentalität der „Gutmenschen“ und „Klugscheisser“ vorzuherrschen!

    Fragt jemand beispielsweise danach wie genau man eine CD brennt, geben zwanzig Personen darüber Auskunft, dass man nur Sicherheitskopien zu brennen hat, fünf fragen was er brennen möchte, sieben fragen wofür er es bräuchte, weitere sechs empfehlen einen Kopierservice in der Nähe, vierzehn Personen schlagen vor sich die zu kopierende CD doch ein zweites mal zu kaufen, vier schicken einen Link zur Urheberrechtsverletzung und maximal einer beantwortet diese Frage.

    Erhobene Zeigefinger und direkte „ich weiss, kann und hab mehr“ Aussagen sind irgendwie üblich geworden.

    Ich bin in einem Aquariumforum, Du meine Güte, was werden da Anfänger „heruntergeputzt“ aufgrund der Tatsache, dass sie nicht mit einer im Hirn eingepflanzten Aquarienenzyklopädie geboren sind.
    Da wird dann unter tierschutzrechtlichen Aspekten argumentiert und wahrscheinlich bei einem Discounter anschließend Legehennenbatterieneier gekauft.

    Ich kann Dich so verstehen!
    Nimm Dir davon bloss nichts an!

    Es ist schön sich im Internet verstecken zu können, denn 97% der Negativkritikler bekommen im realen Leben den Mund nicht auf!

    • Huhu, atmen nicht vergessen … sich aufregen lohnt nicht … *Tee und Kekse rüberschieb*
      Das Schöne an einem Blog ist, daß ich hier machen kann, was ich will. Und wem es nicht gefällt, dem steht es frei, wegzugucken. 😉
      Ich finde es immer wieder erstaunlich, daß die „Runterputzer“ so schnell vergessen, daß sie auch alle mal ganz klein angefangen haben!
      LG

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